Über die digitale Zukunft der Holzwirtschaft

Digitalisierung, Cybersecurity, cloudbasierte Lösungen und zukunftssichere ERP-Systeme zur Sicherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit lauten die großen IT-Themen in der Holzindustrie. Timbertec gilt als Marktführer in diesem Segment und will als solcher seinen Kunden und Partnern das erforderliche Rüstzeug mit auf den Weg geben, um in sämtlichen erfolgsrelevanten Bereichen und darüber hinaus zukunftsfit aufgestellt zu sein.

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Interview mit Kristian Niklasson, Managing Director Timbertec. Von Raphael Kerschbaumer im Holzkurier | 18.01.2024

Was sind Ihrer Meinung nach die derzeit größten Herausforderungen in der Holzindustrie?

Die gesamte Holzbranche muss heute bereits wichtige Handlungsschritte setzen, um ihre Profitabilität auch in Zukunft zu wahren. Die ganze Thematik rund um Rohmaterialversorgung und Preise wird sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen.

Zudem ist das Stichwort vertikale Integration bereits seit einiger Zeit zu einem wichtigen Bestandteil für etliche Unternehmen geworden. Eine tiefere Wortschöpfung erhöht jedoch auch die Verantwortung gegenüber Partnerunternehmen, Kunden und Lieferanten. Der Übergang von Massenprodukten aus der Sägeindustrie hin zu hochwertigen konstruktiven Holzprodukten erhöht die Anforderungen an effizient gestaltete Prozesse erheblich.

Was kann TimberTec beitragen, um der angesprochenen Prozesseffizienz Sorge zu tragen?

Am Beispiel der Brettsperrholz-Industrie. Hier gleicht kein Auftrag dem anderen. Losgröße 1 ist jedoch mit etlichen Herausforderungen verbunden. Wie befülle ich meine Presse zu jeder Zeit? Welche Qualitäten und Dimensionen an Rohmaterial bereite ich wie und wo vor? Wir als TimberTec befinden uns inmitten dieses Problemfeldes und können unsere Kunden zentral dabei unterstützen, dass nicht nur die Schlüsselprozesse ausgelastet, sondern auch die gesamte Prozess- und Rohmaterialplanung schnell und reibungslos abläuft. Der übliche Vorgang ist, dass versucht wird, jeden Auftrag in sich zu optimieren. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung können wir mit unserem ERP-System TiCom über das einzelne Projekt hinaus sämtliche Unternehmensprozesse miteinander verknüpfen und gewährleisten so größtmögliche Prozesseffizienz vom Werksein- bis -ausgang. Das spart nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern reduziert auch maßgeblich die Kosten. Das zeichnet uns als TimberTec aus und macht uns einzigartig.

Wohin verändert sich die Branche in diesem Segment?

Der Trend geht klar in Richtung Software as a Service (SaaS). Unsere Kunden wollen IT nicht als Aufgabe, sondern Lösung sehen. Sie sind Experten im Säge- oder Leimholzbereich. Den IT- und ERP-Part übernehmen wir. Mit unserem 150-köpfigen Expertenteam in Zentraleuropa und Skandinavien können wir dieses Versprechen auch einlösen.

Stichwort Skandinavien. Sie haben Ihrem Portfolio mit DataPolarna zuletzt eine spannende Erweiterung hinzugefügt.

Richtig. Mit der im vergangenen Jahr erfolgten Integration von DataPolarna decken wir nun auch den gesamten Intralogistikbereich ab. Sipal als Produktlösung ergänzt unser Portfolio hervorragend. Nun können wir auch den gesamten Staplerverkehr optimieren und so wertvolle Ressourcen einsparen. DataPolarna hat über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet – wir sind froh, diese Kompetenzen nun unter einem Dach vereinen zu können.

Ein Unternehmen mit Wachstum: Die Timbertec-Geschäftsführung rund um Kristian Niklasson, Frank Ridder und Andreas Boll (v. li.) gemeinsam mit Jayne Archbold von der Genii Software Group (2. v. li.); Foto: TimberTec

Sehen Sie Skandinavien auch als den wichtigsten Wachstumsmarkt für Timbertec?

Mit der DataPolarna-Übernahme haben wir etliche Kunden aus Skandinavien, Finnland und dem Baltikum auch für TiCom gewinnen und unsere Präsenz in diesen Märkten weiter ausbauen können. Die DACH-Region ist und bleibt unser Kernmarkt – im europäischen Norden sehen wir jedoch das größte Wachstumspotenzial. Einige alpenländische Unternehmen sind bereits in Schweden und Finnland vertreten. Daraus ergeben sich viele wertvolle Synergien. Unsere Marktpräsenz im Norden wirkt sich somit auch auf unsere DACH-Kunden positiv aus. Beispielsweise planen wir noch für dieses Jahr eine SIPal-Einführung für unsere Bestandskunden in den DACH-Ländern.

Generell sind aber alle holzrelevanten Märkte für uns interessant. So auch Nordamerika, wo wir gerade aktiv Pilotprojekte implementieren.

DataPolarna hat bereits Cloud-Produkte. Ist dies auch ein Thema für die übrigen TiCom-Anwendungen?

Alles bewegt sich derzeit in Richtung Cloud. Viele Kunden arbeiten noch auf lokalen Systemen. Diese sind jedoch nicht nur in vielen Fällen aufwendiger zu handhaben, sondern bergen vor allem ein nicht unbedeutsames Sicherheitsrisiko. Die Cloud verspricht erhöhte Servicequalität, einfache Updates, mehr Flexibilität.

Oberste Priorität für Mitarbeiter und Kunden: Sämtliche TimberTec- Lösungen arbeiten nach bestmöglichen IT-Sicherheitsstandards; Foto: TimberTec

Die Meinung, ein eigenes lokales System sei deutlich sicherer, stellt sich nach ersten erfolgten Zwischenfällen schnell als Irrglaube heraus. Auch lokale Systeme müssen in etlichen Bereichen an das Internet angeschlossen werden und dort bietet sich eine Eingangsmöglichkeit für immer raffinierter agierende Cyberkriminelle. Auf einen mit Schadsoftware behafteten Link in einer E-Mail ist schnell geklickt. Obwohl diese Thematik so banal klingen mag, hatten wir im vergangenen Jahr mit etlichen solchen Fällen zu kämpfen, die ganze Unternehmen an den Rand eines Stillstandes brachten.

Cloudbasierte Lösungen werden nicht nur laufend gewartet und nach den derzeitigen Sicherheitsstandards aktualisiert, sondern verfügen auch über Ressourcen, welche für Einzelunternehmen einen großen Aufwand darstellen würden.

Wir bei TimberTec wollen jedoch das Beste aus beiden Welten miteinander verknüpfen. So setzen wir einerseits auf Cloudsysteme aufgrund der genannten Vorteile, arbeiten jedoch weiterhin mit Edge-Computing. Damit stellen wir sicher, dass selbst in dem unwahrscheinlichen Fall eines Netzwerkausfalls die Produktion weiterlaufen kann. Alle produktionsrelevanten Prozessdaten sind auch lokal gespeichert und verfügbar und werden laufend mit der Cloud synchronisiert. Ein Ausfall würde somit einer Flugzeugreise gleichkommen, während der ich auf meinem Laptop normal weiterarbeiten kann, die E-Mails jedoch erst nach der Landung und erneuten Netzwerkverbindung versandt werden – mit unserer Kombilösung ist ein Produktionsstillstand aus softwaretechnischen Gründen somit quasi ausgeschlossen.

TiCom 365 - Cloud- und Web-basiertes ERP für die Holzindustrie.

Der nächste Schritt: Mit TiCom 365 bietet Timbertec in Zukunft webbasierte Cloud-ERP-Lösungen an

Wie begeht TimberTec den angesprochenen Schritt in die Cloud?

Mit cloudbasierten Lösungen zu arbeiten, ist für uns nicht neu, wir beschäftigen und arbeiten bereits seit Jahren damit. Mit TiCom 365, der jüngsten Version unserer etablierten ERP-Software, gehen wir nun den nächsten Schritt. Durch TiCom 365 können wir unsere jahrzehntelange ERP- und Branchenexpertise in einer modernen und zeitgemäßen Umgebung attraktiv für neue und auch bestehende Kunden zeigen. Kern ist dabei die hohe Flexibilität in der Anzeige- sowie Prozessgestaltung, welche ein individuelles und spezifisches Eingehen auf Kunden- und Marktanforderungen ermöglicht.

TiCom 365 vereint die beiden Schlüsselbewegungen Cloud und SaaS (Software as a Service). Es verbindet sich zudem nahtlos mit bestehenden TiCom-Modulen und ist bereits 2024 erhältlich.

Gemeinsam mit unseren zahlreichen Kunden sind wir so zukunftsfit aufgestellt und bereit für die kommenden Herausforderungen in der Branche.

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