Erschienen im Holzkurier, Ausgabe 05: BSP Spezial am 11.12.2025. Text und Bilder Günther Jauck, TimberTec und Schilliger.
Holistisches ERP-System sichert Transparenz, Planbarkeit und Kundennutzen
Der französische Schilliger-Standort Volgelsheim hat sich zu einem vollständig digital unterstützten Produktionsverbund entwickelt, in dem das ERP-System TiCom von TimberTec alle Prozessschritte verbindet. Von der Rundholzlogistik über das Sägewerk bis zur KVH- und BSP-Fertigung bildet TiCom heute den zentralen Informations- und Steuerungskern. Die enge Verzahnung aller Bereiche ermöglicht eine belastbare Produktionsplanung, kürzere Durchlaufzeiten und eine verlässliche Kundeninformation.
Schilliger übernahm den französischen Standort Volgelsheim 2009. Die ursprünglich von Klenk eingesetzte TiCom-Lösung wurde nicht nur weitergeführt, sondern systematisch ausgebaut. „Wir haben Ticom Schritt für
Schritt erweitert – erst für Produktion und Verkauf, später für die Anlagensteuerung, die Säge- Arbeitsvorbereitung und das Verkaufsmodul“, sagt Standortleiter Guillaume Wermelinger. Mit dem aktuellen
Ausbau umfasst das System inzwischen die gesamte Wertschöpfungskette von der Rundholzerfassung bis zur Auslieferung fertiger Leimholzprodukte.
Der jüngste Entwicklungsschritt betrifft die Arbeitsvorbereitung für KVH und BSP. Künftig fließen zudem die Prozesse des Rundholzeinkaufs vollständig in TiCom ein. Damit entsteht ein Komplettsystem, das Verträge, Logistik, Wareneingang und Produktionsplanung lückenlos verbindet. TimberTec-Sales Area Manager Eric Zink betont: „Unsere Lösungen wachsen mit den Anforderungen der Kunden. Durch die langjährige Erfahrung im Bereich Brettsperrholz und die enge Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern können wir Schnittstellen sicher beherrschen.“

Standortleiter Schilliger Volgelsheim
„Ohne ein gutes ERP-System gibt es keine Transparenz und keine belastbare Zukunftsplanung.
Mit TiCom steuern wir den gesamten Prozess
vom Anfang bis zum Ende.“
Interview mit Guillaume Wermelinger
Im Video spricht Guillaume Wermelinger, Geschäftsführer von Schilliger Bois Volgelsheim, über die Rolle des ERP-Systems TiCom innerhalb der Schilliger-Gruppe
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Mehr InformationenVom Einlesen der CAD-Dateien bis zum Etikett mit QR-Code
Der wesentliche Vorteil für Schilliger liegt in der durchgängigen Datenkette. Die Grundlage für die BSP-Produktion bilden die CAD-Dateien der Projekte. Im Modul BSPN wird das Nesting visualisiert. Zusätzlich kann über Projekte hinweg optimiert werden, was sich bei Einzelbauteilen bewährt hat. „Das besondere am Import ist die klare Verrechnung zum Endkunden, denn es erfolgt die Verrechnung der Masterplatte, die zur Herstellung der Bauteile benötigt werden“, erläutert Zink. Die Chargenplanung fasst Platten mit identischer Länge oder Stärke zusammen und reduziert so die Rüstzeiten. Im Produktionsauftrag berechnet TiCom den kompletten Lamellenaufbau und übergibt die Daten an den Ledinek-Leitrechner.
Mit der Gütesortierung kann auf einer Seite die Ware auf Lager vorsortiert werden, und gleichzeitig direkt die Keilzinkenanlage bestückt werden. „Eine weitere Paketaufgabe für bereits sortiertes Holz macht die Anlage flexibel“, erklärt Wermelinger. TimberTec plant den Sortierauftrag für die Ledinek-Anlage und stellt die Daten per TimberTec Rest-API (TIAS) zur Verfügung. Im Sortierauftrag wird festgelegt, welches Schnittholz mit welchem Sortierprogramm produziert werden soll. „Wir beachten dabei die Auftragsstände, um eine hohe Verfügbarkeit der sortierten Lamellen zu erreichen“, sagt Zink.
Die fertigen Elemente erhalten ein Etikett mit QR-Code. Jeder Scan ordnet das Bauteil dem richtigen Paket zu. Erst wenn das Paket vollständig ist, kann der Lieferschein erzeugt werden. Dieser Prozessschritt erhöht die Nachvollziehbarkeit und verhindert Abweichungen.
Verlässliche Liefertermine
In Volgelsheim produziert Schilliger Schnittholz, BSP, KVH und das neu entwickelte Bauprodukt CL-Therm mit inkludierter Wärmedämmung. Insbesondere für kurzfristige Aufträge schafft TiCom Planungssicherheit. „Das System zeigt mir, welche Masterpanels ich benötige, wie die Rohwarenverfügbarkeit aussieht und welche Dimensionen lagernd sind“, erläutert
Wermelinger. Die Produktion folgt damit einem gezogenen Materialfluss, bei dem Bedarf und Vorräte exakt abgestimmt werden. Gleichzeitig werden verlässliche Liefertermine möglich. „Wenn wir einen Termin nennen, dann hält er“, betont Wermelinger. „Wir können den Lkw für die Baustelle exakt planen und erreichen dadurch auch in der Logistik eine deutliche Kostenoptimierung.“
Interview mit Xavier Fritz
Im Video erklärt Xavier Fritz, CLT-Koordinator bei Schilliger Bois Volgelsheim, wie das ERP-System TiCom die tägliche Arbeit von der Produktionsplanung über den Abbund bis hin zu Logistik und Versand unterstützt.
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Mehr InformationenKundennutzen durch vernetzte Systeme
Schilliger führt die digitale Integration fort: Die Standorte in Frankreich und der Schweiz arbeiten mit einem durchgängigen System. Damit erhält der Vertrieb eine globale Sicht – vom Rundholzeinkauf bis zum fertigen Produkt. „Unsere Kunden erwarten Transparenz und zunehmend vorgefertigte Lösungen“, sagt Wermelinger.
„TiCom ermöglicht uns, kundenspezifisch zu produzieren und jederzeit den Status des Auftrags anzugeben.“
Die Einführung neuer Funktionen begleitet TimberTec laufend. Zink verweist auf den technischen Vertrieb und den Produktsupport: „Unsere Teams kommen selbst aus Sägewerken und Leimholzbetrieben. Wir wissen, welche Anforderungen die Kunden haben.“ Workshops, Prozessanalysen und Schulungen – etwa zum Abbundleitstand – ergänzen die Implementierung und stärken die Führungsmannschaft in der Anwendung des Systems.
Für Schilliger ist TiCom damit nicht nur ein ERP, sondern ein zentrales Führungsinstrument. „Ohne ein gutes ERP-System gibt es keine Transparenz und keine belastbare Zukunftsplanung“, sagt Wermelinger. „Mit TiCom steuern wir den gesamten Prozess vom Anfang bis zum Ende.“




„Zudem lässt sich in TiCom auch der Abbund einbinden. Diese Optimierung ist zwar bei Schilliger noch nicht im Einsatz, wird aber bereits diskutiert. Mit den Modulen für Anlagensteuerung, TIAS, ließe sich der Kreis dann schließen – vom Produktionsauftrag über die Masterplatte und den Abbund bis hin zum Paketschein“, führt Zink aus.
Der Standort Volgelsheim zeigt, wie digitale Integration in der Holzindustrie funktioniert: Ein ERP-System, das alle Produktions- und Verwaltungsbereiche verbindet, erzeugt Transparenz, planbare Prozesse und stabile Lieferketten. Für Schilliger bedeutet dies ein höheres Serviceniveau, effizientere Abläufe und eine bessere Nutzung des Rohstoffs – Vorteile, die direkt beim Kunden ankommen.
